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Berichte & Studien

Klinische Fallbeispiele zur Knochenregeneration mittels Piezochirurgie

* Erstveröffentlicht in Dental Tribune Latin America

Die folgenden klinischen Fallbeispiele verdeutlichen die Vorteile der Piezochirurgie in verschiedenen Verfahren der regenerativen Knochenchirurgie. Im ersten Fall wird als Vorbereitung auf die Implantatversorgung bei einem Patienten mit vollständiger Oberkieferedentulie und ausgeprägter Knochenresorption eine Rekonstruktion des Alveolarkamms mittels Blocktransplantaten durchgeführt. Im zweiten klinischen Beispiel findet die Piezochirurgie bei der Präparation des Implantatlagers mittels boviner Blocktransplantate Anwendung, gefolgt von der Implantatinsertion.
Beide Fallberichte sind Bestandteil des neunten Kapitels des Buchs “Cirugía piezoeléctrica: generalidades y aplicaciones clínicas”
.

In den oberen Abbildungen ist die Rekonstruktion des Alveolarkamms mittels Blocktransplantaten als vorbereitender Schritt zur späteren Implantatplanung dargestellt. Die unteren Abbildungen zeigen das bestehende vertikale Knochendefizit sowie die mithilfe der Piezochirurgie durchgeführte Behandlung.

Klinischer Fall: Oberkieferedentulie

Eine 53-jährige Patientin stellte sich mit dem Wunsch nach einer implantatgetragenen Prothese in der Praxis vor. Die klinische Untersuchung ergab eine vollständige Zahnlosigkeit im Oberkiefer mit ausgeprägter, generalisierter Knochenresorption. Einziger Ausnahmebefund war ein Wurzelrest im Bereich des Zahns 2.3. Die tomografische Diagnostik bestätigte die Befunde, weshalb vor der Implantatplanung eine Rekonstruktion des Alveolarkamms mittels Blocktransplantaten indiziert wurde.

Abbildung 1: Klinische Ansicht, in der eine ausgeprägte horizontale Verschmälerung des Alveolarkamms erkennbar ist.
Abbildung 2: Computertomografie der Defektregion. Zahn 1.3 (a), Zahn 2.1 (b).
Abbildung 3: Computertomographie des Spenderareals.
Abbildung 4: Frontalansicht (a) und Okklusalansicht (b) der Defektregion.
Abbildung 5: Lappenmobilisation und Prüfung der Weichgewebselastizität zur Gewährleistung eines spannungsfreien Wundverschlusses.
Abbildung 6: Dekortikation der Defektregion mittels Bohrer zur Eröffnung des Markraums (a, b).
Abbildung 7: Nachweis der Blutung aus dem Markraum nach erfolgter Dekortikation (a, b).
Abbildung 8: Spenderareal: Osteotomie-Winkel mit Piezosäge (B6 von W&H) zur Abgrenzung des Knochenblocks (a, b).
Abbildung 9: Schnittspur, erzeugt durch Piezosäge (B6 von W&H) (a) mit einer Schnittbreite von ca. 0,3 mm (b).
Abbildung 10: Angulierte Piezosäge (B2L von W&H) (a), zur Durchführung der unteren Osteotomie mit verbessertem Zugang (b).
Abbildung 11: Finale Ansicht der Osteotomie (a) und Segmentierung des Knochenblocks (b).
Abbildung 12: Schrittweise Entfernung der Blockfragmente durch Frakturierung (a–e).
Abbildung 13: Vorbereitung und Formgebung des Knochenblocks mittels Piezoinstrument (S1 von W&H), einschliesslich Auswahl der Osteosyntheseschraube (a–g).“
Abbildung 14: Prüfung der Lappenmobilität für einen spannungsfreien Wundverschluss (a, b).
Abbildung 15: Reihenfolge vom Einbringen des Biomaterials zwischen die Knochenblöcke (a–e).
Abbildung 16: Platzierung der Barriermembranen und spannungsfreier Verschluss des Weichgewebes (a–d).

Klinischer Fall: Rekonstruktion des Alveolarkamms mit bovinem Knochenblock

Eine 36-jährige Patientin stellt sich aufgrund einer unzureichenden prothetischen Versorgung vor. Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich eine provisorische, aus Acryl gefertigte Restauration im Bereich der Zähne 1.1 und 2.2. Zusätzlich wird an Zahn 2.2 eine gingivale Rezession festgestellt, begleitet von einem ausgeprägten horizontalen Alveolarkammdefekt im zahnlosen Bereich von Zahn 2.1. Die tomografische Diagnostik bestätigt das vollständige Fehlen der vestibulären Knochenlamelle an Zahn 2.2, sowie das horizontale Volumendefizit in der Region 2.1. Als therapeutische Massnahme wird eine Rekonstruktion des Kieferkamms mittels bovinem Knochenblock empfohlen, gefolgt von einer implantologischen Versorgung.

Abbildung 17: Frontale Ansicht des vertikalem Knochendefizits in regio 2.1/ 2.2.
Abbildung 18: Vollschichtlappen über die Mukogingivalgrenze hinaus präpariert (a, b).
Abbildung 19: Knochendefekt und schwere horizontale Knochenresorption: klinische Ansicht (a) und CBCT-Querschnitt (b).
Abbildung 20: Lappenmobilisation zur Gewährleistung eines spannungsfreien Wundverschlusses.
Abbildung 21: Dekortikation mit 1,2 mm Bohrer (a, b).
Abbildung 22: Erweiterte Dekortikation mit flacher Piezosäge (B6 von W&H) (a). Vaskularisationsrillen (b).
Abbildung 23: Schrittweise Fixation und Modellierung des Knochenblocks mittels Piezosäge (B6 von W&H), Abtragen scharfer Kanten (a–d).
Abbildung 24: Modellierung des Knochenblocks mit flachem diamantiertem Piezoinstrument (S1 von W&H) (a) Abrundung scharfer Kanten zur Vermeidung von Weichgewebsdehiszenzen (b).
Abbildung 25: Schrittweise Zerkleinerung des Knochenersatzmaterials (a–d).
Abbildung 26: Einbringen des zerkleinerten Biomaterials (a–d).
Abbildung 27: Platzierung der Barriemembran (a–d).
Abbildung 28: Lappenadaption und Naht (a–e). Postoperative Kontrolle Tag 7 (f).
Abbildung 29: Postoperative Kontrolle Tag 10.

Schlussfolgerung

Die beiden dargestellten klinischen Fälle verdeutlichen die Vorteile der Piezochirurgie bei regenerativen
knochenchirurgischen Verfahren, wie der Rekonstruktion des Alveolarkamms mit Blocktransplantaten
oder der Aufbereitung von Implantatlagern.


Über Prof. José Carlos Rosas Díaz

Dr. José Carlos Rosas Díaz, ehemaliger Direktor der Zahnmedizinischen Fakultät der Universidad Privada San Juan Bautista (UPSJB) in Lima, Peru, hat einen Masterabschluss in Zahnmedizin und ist als Forscher an der UPSJB tätig. Er ist Fachzahnarzt für umfassende orale Rehabilitation, Implantologie sowie Parodontologie.

Dr. José Carlos Rosas Díaz

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