Besondere Anforderungen an oralchirurgische Hand- und Winkelstücke

Die Effektivität bei der zahnärztlichen Behandlung hängt im Wesentlichen von der Erkennbarkeit der zu behandelnden oralen Strukturen ab. In der konservativ-prothetischen Zahnheilkunde stehen dem Zahnarzt heutzutage grazile Instrumente mit Lichtleitern und Druckkopfspannungen zur Verfügung. Anwenderbericht: Dr. Neugebauer, Dr. Karapetian, Dr. Lingohr, Dr.Dr. Scheer, Univ.-Prof.Dr.Dr. Zöller (Köln)*

Klinisches Vorgehen

Das implantologische Vorgehen erfordert besonders im posterioren Kiefer eine genaue Übersicht. Dies wird jedoch oftdurch die eingeschränkte Sicht und mangelnde Ausleuchtungsmöglichkeit limitiert. Die Anwendung von lichtbetriebenen chirurgischen Hand- und Winkelstücken empfiehlt sich hierbei besonders bei der Durchführung der Sinusbodenelevation. Die genaue Ausleuchtung des Operationsgebietes bei dem schonenden Abtragen des vestibulären Knochens ermöglicht eine Schonung der Schneiderschen Membran und erfordert weniger Unterbrechungen des operativen Vorgehens für die notwendigen Sichtkontrollen mit externer Ausleuchtung. Besonders die Resektion von Kieferhöhlensepten kann so zeiteffektiv erfolgen.

Gezielte Ausleuchtung des Operationsgebietes
links: Gezielte Ausleuchtung des Operationsgebietes bei der Präparation des lateralen Kieferhöhlenfensters. mitte: Gute Übersicht selbst bei Nutzung der externen isotonischen Kühlflüssigkeit bei vorsichtiger Knochenpräparation. rechts: Komplikationslose Präparation der Kieferhöhlenschleimhaut.

Die meisten Implantatsysteme arbeiten mit einer Sequenz von aufsteigend dimensionierten Bohrern, um eine schonende Knochenpräparation zu ermöglichen. Dabei ist gerade bei der Insertion von mehreren Implantaten die Notwendigkeit eines häufigen Bohrerwechsels gegeben. Die zusätzliche Positionierung der Instrumente durch den Sechskantmitnehmer erlaubt die einfache
visuelle Kontrolle der exakten Platzierung des gewechselten Instrumentes.

Aufbereitung mit Systembohrern
links: Chirurgisches Handstück mit Untersetzung 20:1 und Sechskantmitnehmer für maschinelle Implantatinsertion und LED-Ausleuchtung. mitte: Ausleuchtung der Pilotbohrung bei der Verwendung einer auf Basis von DVT-Daten (Galileos, Sicat, Bonn) erstellten Bohrschablone. rechts: Weitere Aufbereitung mit Systembohrern unter genauer Ausleuchtung des Operationsgebietes mit innengekühlten Bohrern.

Durch eine am Winkelstückkopf geschlossene einfach zu bedienende Druckknopfspannung sinkt das Risiko des Verletzens des sterilen Handschuhs, wie dies durchaus bei den Schiebearretierungen auftreten kann. Die genaue Platzierung besonders der Gewindeschneide oder Eindrehinstrumente sichert einen komplikationslosen Behandlungsverlauf und ermöglicht die Konzentration des Behandlers auf die klinischen Befunde anstelle auf mögliche technische Komplikationen.

Insertion von drei Implantaten im Oberkiefer
links: Maschinelle Insertion eines XiVE®-Implantates mit Ausnutzung des Sechskantmitnehmers am Winkelstück. rechts: Insertion von drei Implantaten im Oberkiefer bei simultan durchgeführter Sinusbodenelevation.

Für die chirurgische Anwendung mit der Notwendigkeit der Sterilisation kann seit der IDS 2007 mit einem sterilisierbaren LED gearbeitet werden. Besonders für die chirurgischen Instrumente ist die integrierte LED mit eigenem Generator im Instrument von Vorteil, da diese auf den normalen herkömmlichen sterilisierbaren Mikromotoren verwendet werden können. Die sterilisierbare LED leuchtet das Behandlungsareal mit Tageslichtqualität aus. Der eingebaute Generator erzeugt den für die Anspeisung der LED notwendigen Strom selbst.

Verwendung von korrosionsbeständigen Materialien sichert besonders im aggressiven Milieu bei Anwendung von physiologischer Kochsalzlösung das Risiko eines Materialverschleißes und des Versagens während der relativ invasiven Therapie. Aufgrund der hohen Kosten sind in der Regel nichtmultiple Ersatzgeräte vorhanden, sodass von einem verlässlichen Funktionieren ausgegangen wird. Die Funktionalität zur Anwendung der chirurgischen Instrumente in den Handstücken mit Sechskantmitnehmer zur Aufbereitung der Kavität und Implantatinsertion muss nicht modifiziert werden, sodass ein effizienter Arbeitsablauf gewährleistet ist.

* Quelle: Implantologie Journal der DGZI (Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie e.V.).