Berichte & Studien

Time to take gum disease seriously!

Parodontitis ist ein weltweit weit verbreitetes Gesundheitsproblem
mit lokalen Auswirkungen in der Mundhöhle aber auch mit systemischen Auswirkungen, beispielsweise auf einen Diabetes mellitus oder kardiovaskuläre Erkrankungen. Unbehandelt führt Parodontitis zu Zahnverlust und ist damit neben Karies die wichtigste Erkrankung der Mundhöhle – und all das, obwohl man Parodontitis eigentlich relativ leicht vorbeugen könnte! Doch betrachtet man die Prävalenzzahlen in Europa, hat sich hier in den letzten 25 Jahren leider nicht allzu viel verbessert.

Dieser Thematik hat sich nun auch die Economist Intelligence Unit (EIU) angenommen. Die EIU ist ein Unternehmen, das sich auf die Bereitstellung von Prognose- und Beratungsdiensten durch Forschung und Analyse spezialisiert hat. Basierend auf den Daten von sechs Europäischen Ländern (Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien, England) wurden folgende Empfehlungen abgegeben, um Parodontitis vorzubeugen oder zumindest frühzeitig zu behandeln:

  1. Prävention sowie rechtzeitige Diagnose und Management von Parodontitis sind kosteneffektiv! Würde man es schaffen Gingivitis erfolgreich in den Griff zu bekommen und somit auch erfolgreich einer späteren Parodontitis vorbeugen, würde man auf 10 Jahre gesehen beispielsweise 36 Milliarden Euro in Italien oder fast 8 Milliarden Euro in den Niederlanden einsparen!
  2. Das zahnärztliche und medizinische Personal sollte besser zusammenarbeiten! Ein besseres Zusammenspiel zwischen den Disziplinen, würde die Information an die Patienten verbessern, die Sorge um gemeinsame Risikofaktoren, aber auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit.
  3. Eine Kombination aus gesellschaftlichen und individuellen Gesundheitskampagnen ist notwendig! Eine Intervention muss auf beiden Ebenen erfolgen, um möglichst breit die Menschen anzusprechen. Eine individuelle Kampagne könnte beispielsweise eine frühzeitige Aufklärung in den Schulen sein.
  4. Therapie muss leistbar sein! In vielen Ländern sind zahnmedizinische Kosten nur zum Teil oder gar nicht von einer staatlichen Versicherung abgedeckt. Dies führt dazu, dass viele PatientInnen erst dann zum/zur Zahnärzt/in gehen, wenn sie ein Problem haben. Hier sollten Kosten im Bereich der Prävention übernommen werden, da diese auf lange Sicht ein hohes Einsparungspotenzial haben (siehe 1.Punkt).

Wer den gesamten Bericht lesen möchte, findet ihn hier.

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