Sichere Aufbereitung braucht System: Validierbare Prozesse, automatische Dokumentation und effiziente Geräte
Standardisierte Abläufe und moderne Technik sind für QM-Expertin Andrea Knauber die Grundlage echter Patientensicherheit. Im Interview beleuchtet sie die zentralen Knackpunkte in Hygiene und Instrumentenaufbereitung und zeigt praxisnah, wie sich diese nachhaltig verbessern lassen. Dabei wird deutlich, welchen Beitrag moderne Reinigungs- und Desinfektionsgeräte (RDG) wie Thed und Thed+ von W&H zur Standardisierung, Dokumentation und Optimierung von Aufbereitungsprozessen leisten können.
- Expertin für Qualitätsmanagement in der Zahnarztpraxis
Key Takeaways:
- Qualitätsmanagement schafft reproduzierbare Prozesse
- Dokumentation ist entscheidend für Audits
- Validierbare Abläufe erhöhen die Patientensicherheit
- Moderne RDGs unterstützen Standardisierung und Effizienz
Patientensicherheit erfordert klare, validierbare Prozesse. Moderne Reinigungs- und Desinfektionsgeräte (RDG) mit automatisierten und revisionssicheren Abläufen können Fehlerquellen reduzieren, die Effizienz steigern, Ressourcen schonen, und das Team im Praxisalltag spürbar entlasten.
QM-Expertin Andrea Knauber
Welche Verantwortung trägt das Qualitätsmanagement im Spannungsfeld zwischen Hygieneanforderungen, Patientensicherheit und Praxisalltag?
Knauber: Qualitätsmanagement ist das Bindeglied zwischen rechtlichen Vorgaben, Patientensicherheit und Praxisalltag. Es sorgt dafür, dass Prozesse verbindlich, reproduzierbar und dokumentierbar sind. Patientensicherheit entsteht nicht durch Improvisation oder gute Absichten, sondern durch standardisierte Abläufe, die jeder im Team konsequent umsetzt. QM trägt also die Verantwortung dafür, dass Sicherheit kein Zufall ist und dass sie sich im Alltag auch realisieren lässt.
Wie gelingt es in der Praxis, den Überblick über relevante Hygienevorgaben und -normen wie RKI-Empfehlungen oder EN ISO 15883 zu behalten?
Knauber: Der entscheidende Punkt ist: QM gehört nicht in den Kopf, sondern ins System:
Vorgaben müssen strukturiert hinterlegt, mit Prozessen verknüpft und für alle jederzeit verfügbar sein. Ich bezeichne das gerne als das digitales „Praxis Wikipedia“.
Die Grundlage bilden Pflichtdokumente wie Hygieneplan und Risikoklassifizierung. Darauf aufbauend strukturieren Standardarbeitsanweisungen die Instrumentenaufbereitung und alle weiteren Abläufe. Wesentlich sind zudem klar definierte Verantwortlichkeiten für die Aktualisierung der Richtlinien und Inhalte sowie technische Lösungen, die Prozesse automatisiert dokumentieren und den Überblick erleichtern.
Ein gutes Qualitätsmanagementsystem entlastet das Team und lässt sich nahtlos in den Praxisalltag integrieren – genau hier setzen Thed-Thermodesinfektoren an. Durch automatisierte Abläufe, reproduzierbare Prozesse und eine lückenlose Dokumentation ergänzen sie das QM wirkungsvoll und machen Qualität täglich einfach und sicher umsetzbar.
QM-Expertin Andrea Knauber
Stichwort Audits und Begehungen: Was sind aus Ihrer Erfahrung heraus die häufigsten Fehler, die in Praxen in diesem Bereich gemacht werden?
Knauber: Erstens: Routinekontrollen an den Medizingeräten werden durchgeführt, aber unvollständig dokumentiert – entscheidend ist ausschließlich der schriftliche Nachweis.
Zweitens: Wartung, Validierung und sicherheitstechnische Prüfung der Geräte fehlen oder sind veraltet, das kann Bußgelder nach sich ziehen.
Drittens: Unklare oder fehlende Arbeitsanweisungen führen dazu, dass Praxismitarbeiter individuelle Routinen, statt standardisierte Prozesse nutzen.
Viertens: Begehungen werden oft erst kurzfristig vorbereitet – ein funktionierendes QM macht sie zur reinen Routinekontrolle.
Welche Kriterien sind aus Ihrer Sicht bei der Auswahl eines Reinigungs- und Desinfektionsgeräts besonders wichtig? Auf welche Funktionen sollten Praxen keinesfalls verzichten, und sind Digitalisierung und Automatisierung ein Muss für jede Praxis?
Knauber: Das Reinigungs- und Desinfektionsgerät muss normgerecht und validierbar sein sowie alle Prozesse automatisch und revisionssicher dokumentieren. Ebenso wichtig sind eine zuverlässige Trocknung, ausreichende Kapazität und eine intuitive Bedienung. Darüber hinaus gewinnt der Umweltgedanke zunehmend an Bedeutung. Ein modernes RDG sollte wenig Chemie, Strom und Wasser verbrauchen.
Digitalisierung und Automatisierung sind aus meiner Sicht ein Muss. Die manuelle Dokumentation ist fehleranfällig und zeitaufwendig wohingegen automatisierte Dokumentations- und Prozessschritte Fehlerquellen reduzieren und gleichzeitig zur Entlastung des Teams beitragen.
Erfüllen die Thed-Thermodesinfektoren von W&H diese von Ihnen genannten Kriterien?
Knauber: Die Thed-Thermodesinfektoren verfügen über Funktionen, die auf viele dieser Anforderungen ausgerichtet sind. Dazu zählen unter anderem die automatische Prozessdokumentation und die intelligente, sensorgestützte Programmauswahl, die eine nachvollziehbare Dokumentation der Aufbereitungsprozesse abdecken. Die aktive Lufttrocknung mit HEPA-Filter sichert das so wichtige Thema der Trocknung, denn trockene Beladungen schützen vor Rekontamination und Korrosion.
Mit zwei Waschebenen steht die doppelte Kapazität zur Verfügung, sodass Kliniken sowohl Arbeitsspitzen effizient meistern als auch wachsende Aufbereitungsanforderungen flexibel bewältigen können. Das Touch-Display überzeugt in puncto Anwenderfreundlichkeit durch seine benutzerfreundliche Bedienoberfläche.
Die Thed-Thermodesinfektoren ergänzen das Qualitätsmanagement durch automatisierte Prozesse und dokumentierte Nachvollziehbarkeit.
QM-Expertin Andrea Knauber
Inwieweit unterstützen Thed und Thed+ Zahnarztpraxen dabei, Abläufe zu automatisieren und die Administration zu vereinfachen?
Knauber: Thed und Thed+ unterstützen an mehreren Stellen. Genau das ist im Praxisalltag spürbar. So erkennt beispielsweise Thed+, ob eine oder zwei Waschebenen genutzt werden, und passt relevante Prozessparameter wie Zykluszeit, Wasser-, Strom- und Chemieverbrauch entsprechend an. Dadurch werden den Mitarbeitenden Entscheidungen abgenommen und Abläufe vereinfacht. Die Eco Dry-Funktion geht in der Prozessoptimierung noch einen Schritt weiter: Thed+ erkennt die Beladungsmenge und die Trocknungszeit wird automatisch angepasst. Das spart Zeit und Energie und schont die Instrumente.
Ein wesentlicher Aspekt bei beiden Geräten, Thed und Thed+ , ist für die Nachweiserbringung vor allem die automatische Dokumentation: Jeder Zyklus wird erfasst und nachvollziehbar dokumentiert. Praktisch finde ich auch das Kartuschensystem für die Prozesschemikalien. Die unterschiedliche Form der Kartuschen minimiert das Risiko der Verwechslung beim Einsetzen. Insgesamt können genau solche Lösungen dazu beitragen, Arbeitsabläufe im hektischen Praxisalltag effizienter zu gestalten und das Praxisteam im Arbeitsalltag zu entlasten.
Wie bewerten Sie die Thed-Reinigungs- und Desinfektionsgeräte hinsichtlich Beladungsflexibilität und schnellerer Wiederaufbereitungszeiten?
Knauber: Beide sind aus meiner Sicht echte Praxisvorteile. Je nach Beladung stehen eine oder zwei Waschebenen zur Verfügung, sodass sich der verfügbare Kammerraum optimal nutzen lässt. Das gibt der Praxis Spielraum. Auch bei den Wiederaufbereitungszeiten ist der Effekt im Alltag deutlich. Das Standardprogramm ermöglicht die Aufbereitung einer vollen Beladung in unter 60 Minuten. Für Übertragungsinstrumente steht ein spezielles Programm zur Verfügung, mit dem bis zu 14 Instrumente in nur 35 Minuten wieder einsatzbereit sind.
Wichtig ist mir der Hinweis: Effizienz und Aufbereitungsqualität müssen gemeinsam betrachtet werden. Verkürzte Prozesszeiten sollten stets auf optimierten Abläufen basieren und nicht zulasten von Aufbereitungsqualität und Prozesssicherheit gehen. Genau diese Kombination, schneller, schonend und sicher zugleich, ist das, was eine Praxis im Alltag tatsächlich weiterbringt.
Inwieweit unterstützen die W&H-Thermodesinfektoren ein wirksames QM-System in Zahnarztpraxen?
Knauber: Ein wirksames QM entlastet bzw. passt zur Praxis – genau hier setzen Thed-Geräte an: durch Automatisierung, reproduzierbare Abläufe und lückenlose Dokumentation unterstützen sie die Einhaltung definierter Qualitätsstandards, reduzieren den Organisationsaufwand und ergänzen das QM-System wirkungsvoll. Wenn also technische Systeme diese Anforderungen erfüllen, lassen sich Qualitäts- und Hygieneanforderungen effizient in den Praxisalltag integrieren.
Vielen Dank für das Interview.
Über Andrea Knauber
Berufliche Erfahrung und Qualifikation
- 1993–2023 als ZMP in verschiedenen Zahnarztpraxen tätig
- 2009–2018 Referententätigkeit als Praxismanagerin und Trainerin für die Firma NEO-Dental
- seit 2009 zertifizierte Praxismanagerin (IHK)
- 2017–2022 Ausbildung zum Kommunikations- und Motivationscoach (Mitarbeiter, Change- Management, Organisation, Personal-Management, Kommunikation und Vermarktungsstrategien)
- Referentin für die Zahnärztekammern, die KZVN und Fortbildungsinstitute
- Freiberufliche Referentin, Praxistrainerin und Coach im zahnmedizinischen Bereich bis heute
- Inhaberin von AK-Praxismanagement
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