Berufs-Bewerbe als Chance für junge W&H Mitarbeiter

Die WorldSkills Berufs-WM bietet jungen Talenten die Chance, ihr berufliches Können vor einem Weltpublikum zu zeigen. Bei diesem internationalen Kräftemessen, geht es aber noch um mehr. Welche Bedeutung Berufs-Wettbewerben im Rahmen der W&H Fachkräfte-Ausbildung zukommt und inwieweit sich die Anforderungen bei den WorldSkills verändern soll im nachfolgenden Interview veranschaulicht werden.

Die fachlichen sowie persönlichen Stärken der jungen Mitarbeiter fördern steht im Fokus von Markus Fegg MTD, Leitung Human Resources, sowie Mag.a Daniela Malata, Vice President Human Resources.

Markus Fegg, Daniela Malata (Human Ressources)
Markus Fegg MTD, Leitung Human Resources,
Mag.a Daniela Malata, Vice President Human Resources
Marco Kern (Staatsmeister)
Amtierender Österreichische Staatsmeister und
W&H Mitarbeiter Marco Kern

Frau Malata, Ihre Mitarbeiter erzielen bei Berufs-Bewerben immer wieder sehr gute Platzierungen. Welche Bedeutung hat in Ihrem Unternehmen das Engagement im Bereich der Fachkräfte-Wettbewerbe?

Malata: Im Laufe ihrer W&H Fachkräfteausbildung erfahren unsere jungen Mitarbeiter nicht nur eine fachliche, sondern auch eine starke persönliche Entwicklung. Mit der Teilnahme an Wettbewerben haben sie die Möglichkeit, ihre persönlichen Stärken, aber auch Schwächen noch besser kennenzulernen. Ein Wettbewerb besteht ja nicht nur aus dem Wettkampf selbst, sondern erfordert beispielsweise eine gute Vorbereitung, wo es darum geht, die persönlichen Ressourcen optimal einzuteilen. Wir betrachten Berufs-Bewerbe daher als Chance für unsere Mitarbeiter, sich weiterzuentwickeln und wertvolle Erfahrungen für das spätere (Berufs-)Leben zu sammeln. Wettbewerbe sind somit auch ein Teil der Ausbildung, Ziel ist es, unsere jungen Fachkräfte damit zu fördern. Wir investieren seit Jahrzehnten in die interne Fachkräfteausbildung und sind sehr stolz darauf, dass unsere jungen Mitarbeiter bei Bewerben immer wieder hervorragende Resultate erzielen.

Herr Fegg, was sind die Gründe, sich hier aktiv zu engagieren und Mitarbeiter zu ermuntern und zu unterstützen, mitzumachen?

Fegg: Für mich ist es immer schön zu sehen, wie sich die Teilnehmer während der Vorbereitungszeit persönlich weiterentwickeln. Es freut uns, dass die ganze Ausbildungsabteilung große Motivation zeigt, sich gegenseitig unterstützt und sich mit den Teilnehmern über die Erfolge freut. Durch Wettbewerbe wie die WorldSkills Berufs-WM sehen wir, dass sich auch die anderen Lehrlinge weiterentwickeln, die nicht teilnehmen, da diese die anderen, die bei Wettbewerben an den Start gehen, als Vorbilder betrachten.

Was erhoffen Sie sich von Marco Kern bei der WorldSkills Berufs-WM 2017?

Fegg: Was ich mir erhoffe, dass Marco Spaß am Wettbewerb hat und auch Spaß während der Vorbereitung. Für mich ist es schon ein sensationeller Erfolg, dass er sich qualifiziert hat. Das Wichtigste ist, dass Marco über den gesamten Prozess hinweg – von der Vorbereitung bis hin zum Wettbewerb - Freude hat. Er ist nicht nur fachlich, sondern auch mental sehr stark. Wenn Marco sein Potenzial abruft und mit seiner Leistung zufrieden ist, ist es für uns ein riesiger Erfolg, da die Begleitung und Entwicklung wesentliche Punkte während der Ausbildung sind. Bei einem Event wie der Berufs-WM hängt ja die Platzierung oft von verschiedenen Faktoren ab, die keiner beeinflussen kann. Aus diesem Grund würde ich nicht sagen, Marco muss unter die Top 5 kommen. Ich hoffe und wünsche ihm vor und während des Wettbewerbs viel Spaß und Freude und das gute Ergebnis kommt von selbst.

Berufs-WM
Bei der diesjährigen Berufs-WM geht es darum, sich rasch auf veränderte Vorgaben von Seiten der Jury einzustellen.
Serienfertigung, Gussteilbearbeitung
Marco Kern bereitet sich intensiv auf die erweiterten WM-Aufgaben wie Serienfertigung sowie Gussteilbearbeitung vor.

Herr Kern, was muss ein WorldSkills-Teilnehmer heutzutage können, im Vergleich zu vor fünf Jahren? Wie haben sich die Anforderungen Ihres Erachtens geändert?

Kern: Neu dazugekommen sind die Serienfertigung und die Gussteilbearbeitung. Bei der Serienfertigung geht es darum, gleiche oder ähnliche Teile in nur vier Stunden zu produzieren. Für die Gussteilbearbeitung erhalten wir ein Gussteil oder vorgearbeitetes Material und müssen aus dem Rohling ein fertiges Werkstück erstellen. Was die Aufgaben bei der Berufs-WM deutlich erschweren wird, ist, dass es im Vorfeld keine Information dazu gibt, welche metallischen Materialien bei der WM konkret zum Einsatz kommen werden. D.h. von Aluminium über Werkzeugstahl bis hin zu Messing werden wir mit den unterschiedlichsten Materialien konfrontiert sein und das bedeutet für uns Teilnehmer, dass wir auf alles vorbereitet sein müssen.

Wird es Ihres Erachtens weitere Änderungen in den kommenden Jahren geben? Wenn ja in welche Richtung könnte es gehen?

Kern: Meines Erachtens wird es in den nächsten Jahren keine gravierenden Neuerungen geben. In Zukunft ist aber sicherlich mit immer noch leistungsstärkeren und besseren Programmiersystemen für die CNC-Maschinen zu rechnen, um noch schneller und effektiver programmieren zu können.

Finden Sie, dass die Aufgabenstellungen bei den Fachkräfte-Wettbewerben die Anforderungen im realen Berufsleben gut abbilden?

Kern: Im Großen und Ganzen finde ich die Aufgaben sehr praxisnah. Dadurch, dass die Serienfertigung sowie die Gussteilbearbeitung in den Wettbewerb mit aufgenommen wurden, werden die Anforderungen aus dem beruflichen Alltag bei der bevorstehenden WM meines Erachtens sogar noch besser abgebildet. Allerdings möchte ich betonen, dass der Beruf des CNC-Drehers sehr abwechslungsreich ist. Man kann bei einem 3-tägigen Wettbewerb mit einer täglichen Wettbewerbsdauer von vier Stunden also bei weitem nicht das ganze Berufsbild abdecken, was ich persönlich sehr schade finde.

Vielen Dank für das freundliche Gespräch.